Drumsound Produktion mit Logic Pro #3

Nun beginnt der Feinschliff mit einem praktikablen Routing. Das heisst, dass die Kick in/out Kanäle zu einem Kick Buss, die Snare top/bottom Kanäle zu einem Snare Buss, die Toms zu einem Tom Buss zusammengefügt werden. Die jeweiligen Kanäle werden mit etwas Neve Preamp Sound & EQ aus dem Scheps 1073 bearbeitet. 

Routing des Drumsets

Zunächst lass ich die Room A & B Kanäle sowie den Peak Kanal erstmal beiseite und jage den Kick und Snare Buss über einen Aux Weg zu einem UAD 1176 Compressor um noch mehr Sättigung reinzubringen. Die Overheads lass ich da lieber raus, weil das ziemlich matscht. 

UAD 1176 Compressor

Jetzt kommt der ultimative Hack! Alle Signale zusammengefasst gehen komplett über das Sound City Plugin von Universal Audio mit dem wir das gesamte Kit remiken und sozusagen praktisch im grossen Aufnahmestudio von Sound City mit unserem Schlagzeug stehen.

2 C 414 Overhead Mikrofone werden über die Drums platziert und 2 U67 Mikrofone stellen wir in den Raum.

Sound City Studio Plugin

Ist jetzt schnell mal dahergequatscht, aber man sollte sich besser mit diesem Plugin lang und intensiv auseinandersetzen, weil es doch ziemlich dramatische Sound Veränderungen bewirkt.

Insbesondere die EQ und Dynamic Abteilung dieses Moduls hat es noch mal mächtig in sich und bedarf einer längeren Einarbeitung. 

Erst jetzt schieb ich die Room A/B und den Leak Kanal hinzu um 1. diesen Nachhall der Snare zu bewirken (Room A), 2. dem Snarekanal noch etwas Aggressivität mit dem Leak Kanal zu verleihen und mit dem Room B Mono Signal der Kick noch diesen Druckluft Punch zu verpassen.

Nun folgt die Bearbeitung der einzelnen Kanäle mit EQ und paralleler Kompression. Das Sound City Studio Plugin leg ich zusätzlich auf einen Auxweg.

So sollte es für die frankieband in etwa klingen:

Na, jetzt wisst ihr ungefähr Bescheid wie wir hier den Sound kreieren. Ist zwar ne Menge Arbeit, aber macht ja auch total Spass!

Drumsound Produktion mit Logic Pro #2

Jetzt kommen wir zu einem Superhack in Logic: Um uns eine CPU- sparende Arbeitsweise zu ermöglichen und die einzelnen Drumspuren zu bearbeiten exportieren wir die einzelnen Ausgangssignale als Audiofiles in ein neues Projekt.

Markierung aller Unterspuren

Wir markieren alle Unterspuren des Drumsets bis auf die Hauptspur, gehen auf Ablage, Export und bouncen alle Drumspuren zusammen in einen neu angelegten Ordner.

 

Ablage Export

 

Jetzt können wir damit ein neues, rein auf Audiodateien basiertes Projekt erstellen.

Hierzu hab ich mir schon mal ein Template angelegt, in dem alle Routing, Unterbusse und Sendwege (für die parallele Compression bereits angelegt ist.

Template mit Routings

 

Jetzt können wir damit beginnen das ganze zu bearbeiten, um den Klang aufs nächste Level zu heben. Aber dazu erst später in #3

Drumsound Produktion mit Logic Pro #1

Wie ihr ja von den Garageband Videos bei Studio Pfütze wisst, bin ich ein iPad-Fan. Drums kann man hier wunderbar am Touchscreen einspielen, wenn man schnell eine Idee aufnehmen will. Die Haptik und der Sound machen richtig gute Laune. Gerade für Nicht-Drummer wie mich. 

Garageband mit dem Alesis ioMix

Um aber den Drumsound auf eine höhere Ebene zu bringen und ihn wuchtig und natürlich klingen zu lassen, bietet eben Logic Pro ganz erstaunliche Möglichkeiten.

Der Zweck des Ganzen ist es, die Drums räumlich darzustellen. Ganz so, als ob man im Proberaum neben dem Drummer steht und mit ein paar Tricks den Sound aufbläht.

Meist wird ja ein Schlagzeug ganz gern ‚trocken‘ in einem schalltoten Raum aufgenommen und anschließend mit Hall und Kompression bearbeitet, um diesen Zweck zu erzielen.

Wir machen aber genau das Gegenteil und verpassen den digitalen Signalen einen akustischen Raum. Für die Frankieband Produktion benutze ich für das Schlagzeug kein einziges Hall Plugin, auch nicht für die Snare!

Zum ersten mal erfuhr ich bei einer Produktion mit Tommy Newton in seinem Area 51 Studio vom ‚Jon Bonham Trick‘. Die Drums standen auf einem Podest in einem grossen Raum, alles konventionell abgenommen. Der Effekt wurde nun durch die zusätzliche Raummikrofonierung erzielt. Wuchtige Kicks und Toms, fette Snare und gepflegte Overheads. Ein Träumchen.

Klangbeispiel Graf Koks – letzte Ausfahrt.

Dieser Sound passte perfekt zu den rockigen Gitarren und diesem Rapstyle unserer alten Band und nicht zuletzt auch für die aktuelle Produktion bei Studio Pfütze.

Zum Glück gibt es mittlerweile Möglichkeiten dies im Homestudio bestmöglich zu emulieren. 

Hierzu laden laden wir unser GB Projekt ins Logic, gehen auf 48 kHz (wegen weiterer Aufnahmen), und suchen uns für die drumspur aus der Logic Bibliothek ein sogenanntes ‚Producer Kit‘ aus.

Bluebird+ Producer Kit

 

Klickt man nun auf das Häkchen neben Bluebird+ offenbaren sich alle Kanäle eines perfekt abgenommenen Schlagzeugs mitsamt Raummikrofonie. Was für ein genialer Spass!

 

 

 

Kick in & out, Snare top & Bottom, Hit, Toms, Overheads, Room A, Room B, und ein Leak Kanal. Optional noch etwas Percussion und Handclaps.

Kanäle des Producer Kits

Über dem Kanalzug Overheads klicken wir jetzt einfach auf das Instrument und es erscheint unser drumkit in einem Edit Modus. Durch anklicken der einzelnen Instrumente können wir uns nun in aller Ruhe die perfekte Kick und Snare raussuchen und zusätzlich aktivieren, in welchem Raum (A stereo oder B mono) sie stattfinden, ob sie mit auf die Overheads knallen oder den Leak Kanal anfüllen sollen.

Diese Art das Schlagzeug einzustellen ist wirklich revolutionär und stellt m.E. nach am besten eine Live Studiosituation dar. Macht einfach völlig Bock mit den ganzen Parametern herumzuexperimentieren. Wie es nun weitergeht zeige ich euch in #2.