Wer kennt es nicht? “Wir sind in Lidl” ist wohl jedem schon mal begegnet wenn er einen Grossteil seiner Social media time auf TikTok verbringt. Ich finds absolut zum totlachen und der Typ- der nennt sich ‘Dicke Hals von Berlin’ ist richtig sympathisch.
Na ja, um mich mal von dem anderen Kram abzulenken, spiele ich gern mit meiner DAW rum und wühle im Electronic Bereich rum.
Ach, wie das immer so ist. Wegen des Plugins von Sound City hab ich die ganzen Songs umgekrempelt. Zum einen, um den Drumsound einfach zu verbessern und natürlicher klingen zu lassen. Zum Anderen, um den Sound insgesamt aufzupeppen, also wiederum das Arrangement mit elektronischen Sounds zu versorgen. Klingt im ersten Moment absurd, da ich ja vorhatte eine Band zu reproduzieren und möglichst analog zu klingen. Aber Reiser, Reverse Phrasen und Loops sind nun mal hervorragend zur feinen Politur des Sounds geeignet. Leider musste ich dabei auch Hippie Attack bearbeiten und es um 2 Minuten kürzen. Wir leben schließlich nicht mehr in den 70ern. Auch den Refrain musste ich mir noch mal vornehmen und habe ihn um ein paar Vocal Spuren bereichert.
Hört mal in den Roughmix rein, ob das jetzt so ok ist. (Also ich finds super)
Jetzt ist es mal Zeit auf ein produktives Jahr zurückzublicken.
Letztendlich bin ich ja bei Logic Pro gelandet. Bislang die beste DAW, die mir begegnet ist. Dieses Programm läuft einfach flüssig und fehlerfrei. Zack, Computer an, Programm öffnen und alles ist am Start. Keine Systemabstürze, keine Treibersuchen. Läuft!
Zudem einen gehörigen Klangfortschritt durch das Apollo Interface und den Aufnahmemöglichkeiten mit der UAD Console bekommen. Viele fancy Plugins, die da mitgeliefert werden und die ich mir – aus was für immer für Gründen – noch zusätzlich hinzugefügt habe. Manche davon sind z.T. überflüssig, aber nun ja, gut. Andere hingegen dramatisch hervorragend und absolute Gamechanger.
Rückblickend erinnere ich mich an ein Zitat Albert Einsteins:
„Die besten Dinge im Leben sind nicht die, die man für Geld bekommt.”
So hab ich doch tatsächlich ein paar Plugins entdeckt, die mittlerweile ganz unverzichtbar meinen Sound verbessern und dazu nix kosten!
Saturation:
Da ich einerseits ein Fan von Röhren- und Bandsaturation für bestimmte Instrumente geworden bin, um sie klarer im Mix hervorzuheben ohne den Fader nach oben zu schieben. Andererseits ein Fan von einfachen und schnellen Lösungen bin, möchte ich euch 2 Saturation Plugins vorstellen:
Den IVGI2 von Klanghelm
Klanghelm -IVGI2
Je nach Instrument kann für bestimmte Frequenzbereiche eine leichte Verzerrung hinzugefügt werden. Dank der Regelmöglichkeiten kann ganz individuell der Drive gestaltet werden und über den Output angeglichen werden. Erfordert vielleicht ein wenig Zeit und genaues Zuhören bis die ideale Verzerrung gefunden wird, ist aber dafür klanglich ein sehr effektives und wohlklingendes Insert plugin zum freien Download.
Der Saturation Knob von Softube
softube saturation knob
Hier haben wir tatsächlich eine von mir so favorisierte ‘einfache’ Lösung: Mit einem einzigen Knopf ein Problem beheben. Ach, wenn es das doch auch im wirklichen Leben gäbe. Momentan hau ich den Knob gerne auf meinen Bass um ihn etwas durchsetzungsfähiger im Mittenbereich zu machen. Wärmstens empfohlen! Download
Compression
Der OTT Compressor von Xfer Records.
OTT Upward Compression
Ursprünglich nur für Ableton vorgesehen, gibts den OTT Compressor für lau für Mac und Pc. Ich hadere ja zugegebenermassen mit Multiband Kompression. Eine zu freimütige Bedienung wie z.B. mit dem C6 von Waves kann komplett den Mix versauen, weshalb ich o.g. lediglich als Deesser nutze. Mit dem Ott hingegen, haben wir eine einfache klanglich hocheffektive Lösung für die ‘Upward Kompression’ gefunden. Beim Mastering setze ich gerne diesen in meine Chain ein, um die Mitten und Höhen etwas hervorzuheben. Aber seid vorsichtig mit der Pegelei und den Input/Output Reglern. Download
Enhancement
Fresh Air von Slate Digital
Mischt ihr auch zuweilen mit den Augen?
Fresh Air von Slate Digital
Soll man zwar nicht machen, aber ich tu es trotzdem sehr gerne. Oftmals setze ich den Ozone ein und schaue auf die emulierte Equaliser Kurve um festzustellen, daß oberhalb 12 kHz noch reichlich Luft nach oben ist. Das sind nun mal Frequenzbereiche, die unsereins lediglich erahnen kann. Die aber umso wichtiger sind, dem Mix etwas Headroom und feinstoffliches zu geben. Download
Reverb/Delay
Supermassive von Valhalla
Supermassive von Valhalla
Wieder einmal ein ganz wunderbares Hall/Delay Plugin von Valhalla mit dem man völlig abgefahrene Effekte erzeugen kann und wie schon vom Vintageverb bekannt, über enorme Klangeigenschaften verfügt. Absolutes Must have für Spezial Effekte! Download
Also viel Spass beim Ausprobieren. Apropos Plugins for free. Habt ihr euch eigentlich mal mit den mitgelieferten Stock Plugins von Logic beschäftigt? Mittlerweile kann man mit denen eine komplette Produktion fahren ohne auf externe Plugins zurückzugreifen. Vielleicht mach ich ja mal ein Video darüber.
Nun beginnt der Feinschliff mit einem praktikablen Routing. Das heisst, dass die Kick in/out Kanäle zu einem Kick Buss, die Snare top/bottom Kanäle zu einem Snare Buss, die Toms zu einem Tom Buss zusammengefügt werden. Die jeweiligen Kanäle werden mit etwas Neve Preamp Sound & EQ aus dem Scheps 1073 bearbeitet.
Routing des Drumsets
Zunächst lass ich die Room A & B Kanäle sowie den Peak Kanal erstmal beiseite und jage den Kick und Snare Buss über einen Aux Weg zu einem UAD 1176 Compressor um noch mehr Sättigung reinzubringen. Die Overheads lass ich da lieber raus, weil das ziemlich matscht.
UAD 1176 Compressor
Jetzt kommt der ultimative Hack! Alle Signale zusammengefasst gehen komplett über das Sound City Plugin von Universal Audio mit dem wir das gesamte Kit remiken und sozusagen praktisch im grossen Aufnahmestudio von Sound City mit unserem Schlagzeug stehen.
2 C 414 Overhead Mikrofone werden über die Drums platziert und 2 U67 Mikrofone stellen wir in den Raum.
Sound City Studio Plugin
Ist jetzt schnell mal dahergequatscht, aber man sollte sich besser mit diesem Plugin lang und intensiv auseinandersetzen, weil es doch ziemlich dramatische Sound Veränderungen bewirkt.
Insbesondere die EQ und Dynamic Abteilung dieses Moduls hat es noch mal mächtig in sich und bedarf einer längeren Einarbeitung.
Erst jetzt schieb ich die Room A/B und den Leak Kanal hinzu um 1. diesen Nachhall der Snare zu bewirken (Room A), 2. dem Snarekanal noch etwas Aggressivität mit dem Leak Kanal zu verleihen und mit dem Room B Mono Signal der Kick noch diesen Druckluft Punch zu verpassen.
Nun folgt die Bearbeitung der einzelnen Kanäle mit EQ und paralleler Kompression. Das Sound City Studio Plugin leg ich zusätzlich auf einen Auxweg.
So sollte es für die frankieband in etwa klingen:
Na, jetzt wisst ihr ungefähr Bescheid wie wir hier den Sound kreieren. Ist zwar ne Menge Arbeit, aber macht ja auch total Spass!
Jetzt kommen wir zu einem Superhack in Logic: Um uns eine CPU- sparende Arbeitsweise zu ermöglichen und die einzelnen Drumspuren zu bearbeiten exportieren wir die einzelnen Ausgangssignale als Audiofiles in ein neues Projekt.
Markierung aller Unterspuren
Wir markieren alle Unterspuren des Drumsets bis auf die Hauptspur, gehen auf Ablage, Export und bouncen alle Drumspuren zusammen in einen neu angelegten Ordner.
Ablage Export
Jetzt können wir damit ein neues, rein auf Audiodateien basiertes Projekt erstellen.
Hierzu hab ich mir schon mal ein Template angelegt, in dem alle Routing, Unterbusse und Sendwege (für die parallele Compression bereits angelegt ist.
Template mit Routings
Jetzt können wir damit beginnen das ganze zu bearbeiten, um den Klang aufs nächste Level zu heben. Aber dazu erst später in #3
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