Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja – beim Gesang.
Aber keine Sorge, ich verschone euch mit den ganz großen Studiogeheimnissen wie: Sitzen oder stehen? Beim Stehen verspüre ich immer so einen gewissen Druck. Fast wie live. Nur ohne Publikum. Also eigentlich nur ich, das Mikrofon und mein innerer Kritiker. Irgendwie gebe ich dann zu viel Gas. Warum? Keine Ahnung. Psychologie war noch nie mein Spezialgebiet.
Also sitze ich lieber. Allerdings auf einem Stuhl, der nicht quietscht. Das ist tatsächlich wichtiger, als man denkt. Aber genug von diesen hochwissenschaftlichen Erkenntnissen.
Wie ihr vielleicht schon festgestellt habt, ist der Release inzwischen hochgeladen und erscheint am 13.08. auf allen bekannten Portalen.
Mit genau diesem Setup habe ich übrigens auch meinen etwas älteren Song „Hippie Attack“ neu veröffentlicht. Den gibt’s jetzt wieder überall zu hören. Außerdem wartet noch eine Ballade auf ihren letzten Feinschliff:
frankieband – Ballade vom einfachen Leben

So, überspringen wir mal das ganze Kleinklein und widmen uns einem Thema, das mindestens genauso faszinierend wie gefährlich ist: Mastering.
Hier kann man aus einem guten Mix noch einmal erstaunlich viel herausholen – oder ihn in wenigen Minuten komplett gegen die Wand fahren. Der Weg dahin besteht aus einer gesunden Mischung aus Try and Error, unzähligen YouTube-Tutorials und jeder Menge Hörtraining.
Also plaudere ich mal wieder ein bisschen aus dem Nähkästchen.
Den gesamten Mastering-Prozess habe ich auf vier Busse aufgeteilt.
Im ersten Bus setze ich meinen ersten Low-Cut – allerdings nicht dort, wo ihn die meisten vermuten würden. Im Bassbereich fasse ich zunächst überhaupt nichts an. Den eigentlichen Low-Cut verschiebe ich bewusst auf einen der letzten Schritte der gesamten Kette.
Als Erstes kommt bei mir der Pro-Q 3 zum Einsatz. Dort setze ich ausschließlich auf den Sides einen moderaten High-Pass beziehungsweise Low-Cut – ungefähr im Bereich um 200 Hz. Dadurch wird das Stereobild aufgeräumter und unnötiges Gerumpel in den Seiten verschwindet. Aber Vorsicht: Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Lieber mit den Ohren arbeiten als mit den Augen.
Danach folgt ein weiterer, sehr geschmackvoller Eingriff – wieder mit dem Pro-Q 3 in der Mid/Side-Funktion. Wirklich nur minimal. Hier bekommt die Stimme vielleicht einen kleinen Schubs nach vorne, dort nimmt man dem Bass ein kleines bisschen Platz weg. Das ist bei jedem Song anders und lässt sich nicht nach Schema F erledigen.

Jetzt kommt mein persönlicher Lieblings-Trick – den habe ich mir übrigens bei den Tutorials von Sage Audio abgeschaut
Es geht um den heiß umkämpften Mittenbereich. Gerade in Zeiten von Smartphones und kleinen Lautsprechern ist dieser Frequenzbereich wichtiger denn je. Aber auch auf großen Anlagen sorgt er für deutlich mehr Transparenz.
Vom ersten Bus schicke ich per Aux-Send ein Signal auf den zweiten Bus. Dort werden Bässe und Höhen kräftig herausgefiltert. Das Ergebnis klingt erst einmal fast wie durch ein Telefon – je nach Song mal etwas stärker, mal etwas schwächer.
Doch genau hier spielt sich der größte Teil der Musik ab. Gitarre, Snare, Gesang, Keyboard und selbst die Obertöne des Basses treffen sich genau in diesem Bereich.
Anschließend bearbeite ich dieses Signal – ungefähr zwischen 600 Hz und 2 bis 3 kHz, je nach Song – mit einem Upward-Kompressor.
Der arbeitet eben nicht wie ein klassischer Kompressor, der die lauten Signale nach unten drückt. Stattdessen hebt er gezielt die leiseren Details an, die im Mix gern einmal untergehen. Plötzlich hört man das untere Fell der Snare, den Anschlag der Gitarre oder kleine Nuancen, die vorher kaum wahrnehmbar waren.
Dieses Signal mische ich anschließend dezent auf den dritten Bus zurück. Ein wenig mit dem Fader spielen – und plötzlich wirkt der gesamte Mix transparenter, lebendiger und deutlich aufgeräumter.
Ein wirklich großartiger Effekt.
An dieser Stelle auch einmal ein Dankeschön an Sage Audio. Für ambitionierte Producer ist das ein echter Fundort. Die Tutorials sind durchaus anspruchsvoll, aber genau das macht sie so interessant. Eine andere Liga – und definitiv sehenswert.

Der Mittentrick von Sage audio
Im nächsten, achten Teil, geht es dann an die letzten beiden Busse. Natürlich wieder mit ein paar Hacks, die man vielleicht nicht an jeder Ecke hört.
Also bleibt dran!